Mammoth Cave, Margaret River, Canal Rocks
Ich habe das Geheimnis des Blackwood River ergründet. Heute Morgen bin ich mit einem Glas mit Deckel bewaffnet Tauchen gegangen. In ca. 1,50m Tiefe ist das Wasser mindestens 10 Grad wärmer als an der Oberfläche. Ich mag gar nicht mehr auftauchen. Ich tue es dennoch und stelle fest, dass meine Wasserprobe vom Grund des Flusses Salzwasser ist. Dieses ist schwer genug, unten zu bleiben und wird oben von wesentlich kühlerem Frischwasser überströmt. Diesen Effekt kann man vermutlich nur beobachten, wenn es lange Zeit sehr warm war und danach stark abkühlt. Nebenher tauche ich ein Geldstück aus dem Fluss.
Nachdem ich den 7jährigen vom Nachbarzelt 2 Tage lang neidisch dabei zugesehen habe, wie er an einem am Baum angebunden Seil ins Wasser hüpft, wage ich das heute auch mal.
Als Erstes besuchen wir heute die Mammoth Cave, eine Höhle in der tausende fossile Knochen gefunden wurden. Es gibt dort große Tropfsteine, die stimmungsvoll beleuchtet sind. In einer Wand sind die versteinerten Kieferknochen eines nilpferdgroßen Beuteltiers zu sehen. Im Anschluss gibt es noch einen interessanten Naturlehrpfad zu entdecken.
Nach der Höhle fahren wir in die Stadt Margaret River und stoppen am gleichnamigen Fluss beim Rotary Park. Heute soll es Paella geben und wir brauchen Knochen für die Brühe. Da es beim Fleische quasi nichts mit Knochen drin gibt, muss ich ein Irgendwas-Bone-Steak in Steak und Bone aufteilen. Nach dem (sehr guten, dickes Lob an Anke!) Essen gehen wir eine Runde am Fluss entlang und treffen einen Marron-Fischer, der gerade ein Prachtexemplar dieser Krebstiere gefangen hat. Bevor wir weiterfahren, versenkt Anke mein heute hochgetauchtes Geldstück im hiesigen Wunschbrunnen. Auf dem Weg zum Supermarkt pausieren wir auf einem pinkfarbenen Sofa, das jemand im Vorgarten stehen hat.
Weiter geht es wieder an die Küste, an die Canal Rocks. Diese bestehen aus Gneis, einem aus Granit unter hohem Druck und Temperatur enstandenen sehr harten Gestein, welches von Adern weicheren Gesteins durchzogen ist. In Jahrtausenden haben die Wellen des Indischen Ozeanes lange Kanäle hinein gearbeitet, durch die das Wasser, welches als Wellen auf der einen Seite hineinschwappt, drüben wieder abfließt.
Wenn ich vorher von meterhohen Wellen geschrieben habe, waren das vielleicht 2m - hier schießt die Gicht der Wellen locker 10m über die Felsen hinaus. Ich klettere bis an die Spitze der Felsen, um gute Bilder zu bekommen. Den Wellen dort könnte ich stundenlang zuschauen.
Ein kurzer Walk über hölzerne Brücken und wasserumspülte Steine führt uns auf die Seite des Kanals, an der das Wasser abfließt. Es hat eine recht hohe Geschwindigkeit, wir gehen lieber nicht dort baden.
Wir machen einen kurzen Abstecher zum Sugarloaf-Felsen, welcher einsam in der Brandung steht. Da es bald dunkel wird, fahren wir noch schnell zum Leuchttuerm rüber, laufen ein Stück und machen dort Abendbrot. Es gibt die Reste der Paella, das Steak, welches ich heute Mittag vom Knochen gelöst habe und ein paar Würstchen dazu.
Inzwischen ist die Sonne untergegangen. Wir wollen heute auf einer Wiese auf einer Farm stehen, dazu müssen wir noch eine knappe Stunde fahren - wir rufen zur Sicherheit vorher an, dass wir einen Platz bekommen. Auf der Wiese sind wir die einzigen Gäste. Als wir aussteigen, staunen wir über die Menge an Sternen, die wir sehen können - die Milchstraße ist als helles Band am Himmel gut zu erkennen.