Anreise
Tag 1
Fahrstrecke: 475km
Dieses Jahr sind wir wieder mit dem Wohnmobil unterwegs. Unser Urlaubsziel ist diesmal Kroatien.
Den Camper haben wir gestern schon beladen. Mit im Gepäck ist zum ersten Mal meine Sufausrüstung: Zwei Masten, fünf Segel, zwei Gabelbäume, ein Surfbrett und etwas Kleinkram. Mein altes Board ist leider zu lang für die Wohnmobil-Garage, ich habe aber ein kleineres angeboten bekommen, welches wir auf dem Weg einsammeln wollen. Dafür nehmen wir dem Verkäufer ein anderes Brett mit, welches er in Leipzig gekauft hat.
Voll gepackt und guten Mutes starten wir gegen 11 Uhr von Leipzig Richtung Süden. Es fängt gerade an zu regnen. Regnerisch bleibt es auch bis Regensburg, wo trotz des Namens die Sonne heraus kommt.
Erster Schreck
Irgendwas bleibt ja immer zu Hause liegen. Wir sind da relativ entspannt, weil man im Notfall fast alles nachkaufen kann, solage Kreditkarte und Pässe im Gepäck sind. Diesmal sind es die Pässe, die fehlen, was uns kurz vor Regensburg auffällt. Wir haben zwar unsere Ausweise dabei aber keine Papiere für die Kinder. Google sagt, das das bis Kroatien relativ gut klappt, es aber bei der Heimreise an der slowenischen Grenze häufig zu Problemen kommt (das Auswärtige Amt hat sogar ein Merkblatt dazu).
Im Merkblatt steht praktischer Weise auch gleich der rettende Hinweis: Einfach die Dokumente per Express-Post nachsenden lassen. Glücklicherweise haben wir hilfsbereite Nachbarn mit Schlüssel zu unserem Haus. Außerdem wohnt meine Schwägerin Silke im tiefen Süden nahe Altöttingen. Ein paar Telefonate später haben wir die Postsendung organisiert sowie die Route ein klein wenig umgeplant - und können langsam wieder auf Urlaubsstimmung umschalten. Ein ganz großes Dankeschön dafür an Elke und Karsten.
Surfausrüstung
Wieder ganz entspannt kommen wir zwischen Regensburg und Deggendorf bei Markus an, der das neue Surfbrett angeboten hat. Es gibt Kaffee, die Kinder können sich austoben und wir plauschen ein wenig über Kroatien und das Surfen. Das Brett gefällt mir sehr und es passt auch ins Wohnmobil. Markus hat auch noch zwei Segel für mich, leider passt mein Mast nicht, aber er hat auch noch einen für mich da sowie einen passenden Gabelbaum, einen Mastfuß und eine Mastverlängerung. Meine Surfausrüstung besteht jetzt aus: Drei Masten, sieben Segel, drei Gabelbäume, ein Surfbrett und viel Kleinkram.
Erste Nacht
Der Aufenthalt bei Markus war sehr angenehm und wir starten zur letzten Etappe für heute nach Altöttingen. Zum Abendessen kommen wir bei Silke an und übernachten direkt vor der Haustür das erste Mal im Camper. Ein wenig nervös werden wir, als die DHL-Sendungsverfolgung um 23 Uhr noch anzeigt, dass unser Express-Päckchen mit den Pässen noch in der Postfiliale liegt.
Tag 2
Fahrstrecke: 527km
Der Morgen begrüßt uns mit strahlendem Sonnenschein. Bei der Paketverfolgung hat sich einiges getan, das Päckchen ist in München eingetroffen und per Kurier unterwegs zu uns. Nach dem Frühstück trifft es mit nur 15 Minuten Verspätung ein und wir können starten.
Bei weiterhin super Wetter fahren wir durch beschauliche bayrische Dörfchen weiter nach Süden. Einige Straßen sind nur unwesentlich breiter als der Camper. Navi beharrt darauf, dass das die beste Strecke sei - rein landschaftlich hat es auf jeden Fall Recht.
Wir überqueren die Grenze nach Österreich bei Salzburg. Die Voralpen bieten eine malerische Kulisse, es geht über lange Brücken und Tunnel (der längste Tunnel ist fast 8km lang, wir müssen dafür trotz Vignette nochmal Maut bezahlen) quer durch’s Land. Wir sehen einige sehr schöne Schlösser und Burgen - aber nur im Vorbeiflug denn heute gilt es, Kilometer zu schaffen.
Süden
Kurz bevor wir in Slowenien von der Autobahn abfahren, sehen wir zum ersten Mal das Meer am Horizont. Die Temperaturen sind von 20 auf 24 Grad angestiegen, obwohl es inzwischen 19 Uhr durch ist. An den Straßenrändern wachsen Olivenbäume und Oleander.
Wir essen Abendbrot und fahren weiter nach Kroatien. An der Grenze schaut der Beamte nur kurz gelangweilt auf, als wir nach den Pässen kramen und winkt uns weiter. Gegen 21 Uhr kommen wir auf einem kleinen Campingplatz an, den wir uns rausgesucht haben. Wir haben mit hohen Preisen gerechnet aber dieser kostet mit Wohnmobil und 4 Personen fast 100€ die Nacht. Da wir gleich früh weiter wollen, suchen wir noch ein wenig und finden ein kleines Stück außerhalb von Poreč einen Parkplatz mit Wohnmobilstellplätzen und Strom, wo wir unser Nachtlager aufschlagen.