Plitvicer Seen
Tag 7
Fahrstrecke: 185 km
Der Campingplatz heute war recht groß und voll. Wir standen auf einem Schotterplatz und bis zum Meer war es recht weit. Daher starten wir direkt nach dem Frühstück Richtung Festland. Die Zollstation der Brücke von Krk auf’s Festland ist geschlossen, wir können kostenlos passieren.
Auf einer Bergstraße erreichen wir schnell einige hundert Höhenmeter, dann bringt uns die Autobahn in kurzer Zeit über 150km ins Landesinnere. Die Landschafft erfährt einen grundlegenden Wandel. War es bisher eher karg und steinig mit einigen wenigen grünen Stellen, durchqueren wir nun eine endlose bewaldete Hügellandschaft. Als wir von der Autobahn abfahren und eine kleine Dorfstraße Richtung Nationalpark Plitvicer Seen nehmen, sehen wir am Straßenrand auf einem Strommast ein voll besetztes Storchennest.
Es wird mit jedem Kilometer grüner. Die letzten Kilometer bis zum Campingplatz fahren wir auf einer schmalen Straße durch dichten Wald.
Der Platz “Camping Korana” könnte sich kaum mehr von unserem gestrigen Campingplatz unterscheiden. Auf einer weitläufigen Anlage erstrecken sich grüne Grashügel und kleine Wäldchen. Es gibt nur wenige feste Plätze, man kann sich hinstellen, wo man möchte. Da es nicht allzu voll ist, haben wir freie Auswahl. Wir finden ein schattiges Plätzchen am Rande einer großen Wiese auf der die Kinder Fußball spielen können.
Nach dem Mittag gehen wir runter zum nahe gelegenen Fluss. Er ist flach genug um überall stehen zu können und hat eine angenehme Badetemperatur.
Im Kühlschrank haben wir vorsorglich ein paar dicke Steaks geparkt, die wir uns zusammen mit gefüllten Tomaten auf den Grill werfen.
Tag 8
Wanderstrecke: ca. 15 km
Nach einem ordentlichen Frühstück nehmen wir den Bus zu den Plitvicer Seen. Wir folgen dem Ratschlag eines anderen Reiseberichtes und steigen erst an Eingang 2 aus. Am Eingang 1 sehen wir eine lange Schlange an der Kasse, am anderen Eingang stehen nur 3 Leute vor uns.
Wir folgen ein Stück der schmalen Asphaltstraße den Berg hinauf. Uns überholen mehrere Busse, die Touristen zu den schönsten Stellen fahren - wir haben uns bewußt für den Weg zu Fuß entschieden, um die Natur zu genießen. Das wird schon auf dem ersten Kilometer damit belohnt, dass wir ein Reh im Unterholz hören und gleich darauf auch sehen.
Nach einem weiteren Kilometer biegen wir auf einen Wanderweg ab, der im Schatten von Bäumen dicht am Ufer der Seen entlang verläuft. Die Tageshöchsttemperatur von 30 Grad ist inzwischen erreicht, durch den nahen See, den Schatten der Bäume und eine leichte Brise ist es trotzdem sehr angenehm zum Wandern.
Die Plitvicer Seen erstrecken sich über mehrere Ebenen. Das Wasser fließt von einem Fluss aus in den höchsten See, welcher in den nächsten überläuft, bis das Wasser am unteren Ende wieder zu einem Fluss wird.
Wir sind etwa auf halber Höhe gestartet. Der Weg führt uns stetig nach oben, zwischen den Seen entlang. Überall plätschert es fröhlich. Üppiges Grün wächst zwischen den Bächen. Die Vögel zwitschern laut und unzählige Libellen umschwirren uns.
Die Wasserfälle werden mit jedem Schritt spektakulärer. Überall sind Holzwege angelegt, die den Zugang zu dieser wundervollen Welt erst ermöglichen.
Die Kinder haben sich Wanderstöcke gesucht und stapfen munter voran. Auch nach 3 Stunden sind sie noch so frisch wie am Start. Der Wanderweg ist auf einer Teilstrecke aufgrund von Bauarbeiten gesperrt - da uns von dort aber Wanderer entgegen kommen, gehen wir auch weiter - und finden uns zum Mittagessen ganz allein auf einer Seite des Sees wieder.
Nach dem Essen beginnen wir den Abstieg entlang der Terrassen bis zum Hafen oberhalb des größten der Seen, welchen wir mit einem Schiff überqueren. Bis hier her sind wir bereits über 12km gewandert.
Wieder an Land stärken wir uns mit Kaffee und Eis, dann geht es auf zur letzten Etappe. Diese führt uns über mehrere Stege bis hinunter zum “Silbersee” (Jezero Kaluderovac), an dem die berühmte Karl Mai-Verfilmung gedreht wurde. Die Höhle dort ist nicht sehr tief, für den Film wurden die Innenaufnahmen davon im Studio gedreht.
Vor dem Aufstieg zum Ausgang geht es noch einen kleinen Abzweig zum “Großen Wasserfall” - hier ergießen sich die Seen ins Tal, um als Fluss weiter zu fließen.