Schlammvulkane von Berca
Wir starten nach dem Frühstück in Richtung der Stadt Berca um die dortigen Schlammvulkane anzuschauen. Die Strecke ist nur 90 Kilometer lang, wir benötigen dennoch über 2 Stunden. Zuerst stehen wir im Stau, den wir über einen holprigen Feldweg (“Straße” laut Navi) umfahren. Gegen Ende wird die Straße so kurvig und löschrig, dass wir nur noch langsam voran kommen. Als wir die Stadt Berca hinter uns lassen, weicht die von Dörfern, Städten und Landwirtschaft geprägte Landschaft einer Gegend aus sattgrünen Hügeln.
Es gibt hier zwei Stellen mit Schlammvulkanen: Die eine ist mit Parkplatz und Restaurant, die Vulkane wenige Meter daneben. Die andere ist an einem Zeltplatz, die Vulkane ein Stück weg. Da wir auf dem Zeltplatz übernachten wollen, halten wir bei der mit dem Restaurant und essen dort erst einmal Mittag.
Gleich nachdem ich mir die rumänische Karte von einem Gast habe übersetzen lassen, bekommen wir von der Wirtin eine englische Karte. Es gibt hier viele Suppen und einheimische Gerichte. Für kleines Geld werden wir gut satt. Als wir mit dem Essen fertig sind, zieht ein Gewitter auf. Wir warten es im Wohnmobil ab (Mattis ist müde, verweigert aber den Mittagsschlaf).
Dann nutzen wir eine Regenlücke, um die Schlammvulkane zu besichtigen.
Mattis ist quengelig und sieht gar nicht ein, dass ich ihn nicht im kochenden Schlamm spielen lasse. Felix rutscht aus und landet im Schlamm. Es regnet wieder. Wir brechen ab, machen uns am Wohnmobil sauber und hoffen auf besseres Wetter für morgen.
Der Campingplatz liegt idyllisch inmitten eines grünen Tales. Am Abend kommt die Sonne noch einmal heraus und ich gehe noch eine Runde fotografieren.
Ich laufe den Weg hoch zu den Schlammvulkanen. Oben angekommen stelle ich fest, dass die Kasse noch offen ist und ich kein Geld dabei habe. Ich überrede den Kassierer, mich trotzdem ein paar Aufnahmen machen zu lassen.
20.7.2019 Schlammvulkane, zweiter Versuch
Heute früh scheint die Sonne und wir versuchen uns erneut an den Schlammvulkanen. Da Mattis schon müde ist, darf er in die Kraxe. Nachdem die Schuhe gestern eine dicke Schlammkruste hatten, gehen Annabell und ich gleich barfuß.
Die Schlammvulkane hier sind deutlich schöner und vielfältiger als die von gestern. Außerdem sind hier westentlich weniger Leute unterwegs. Auch der Boden ist viel besser begehbar, wo gestern noch durch den Regen aufgeweichter, klebriger Schlamm war, ist heute eine feste Kruste.
Beim Abstieg schläft Mattis tief und fest. Wir machen das Wohnmobil in Ruhe startklar und fahren in Richtung Paltinu-Stausee. Das ist einer der wenigen Seen auf unserer aktuellen Strecke, an denen man baden kann. Zum Mittag halten wir an einer Landstraßen-Raststätte, wo wir überraschend gut und günstig essen.
Am Stausee ist die Temperatur von über 30 auf 23 Grad gefallen und die Sonne hat sich hinter ein paar Wolken verzogen. Es gibt eine große Badewiese aber nirgends mehr freie Parkplätze. Wir fahren bis in den nächsten Ort zum Einkaufen und suchen uns einen Stellplatz am Fluss unterhalb der Staumauer, den wir auf der Herfahrt schon gesehen haben. Unterwegs erstehen wir für etwa 5€ noch ein Kilo Steinpilze bei einem Verkäufer am Straßenrand.
Beim Essen umstreunen uns zwei große Straßenhunde. Der eine scheint sich irgendwo losgerissen zu haben und zieht eine 2 Meter lange Eisenkette hinter sich her. Da er ansonsten friedlich wirkt, befreie ich ihn von der Kette.
Zwischendurch schwillt der Fluss neben uns plötzlich deutlich an. Es gibt hier noch ein kleineres Wehr, welches offenbar gelegentlich abgelassen wird.
Später machen wir noch ein kleines Feuerchen. Annabell und Felix haben es sich leider verscherzt und gehen heute mal zeitig ins Bett. Mattis sitzt noch kurz mit am Feuer, bis er müde ist.