Regen, Schloss Fürstenstein, Regen
Regen! Es hat die gesamte Nacht durchgeregnet. Wir haben die Nacht fast allein auf dem großen Wiesen-Parkplatz des Schlosses Fürstenstein gestanden. Frühstück gibt’s im Wohnmobil, weil es die ganze Zeit Bindfäden regnet.
Wir werfen uns in die Regensachen und stapfen durch Pfützen bis zum Schloss. Es ist noch wenig los, die ersten Besucher treffen gerade erst ein. Wir fliehen hinein ins Trockene und verbringen den Vormittag mit der Besichtigung. Das Schloss ist phantastisch gelegen, aus allen Fenstern hat man einen atemberaubenden Ausblick auf die umliegende, heute im Nebel halb versteckte Berglandschaft. Die Räume sind hell und prunkvoll, wir sind beeindruckt.
Zurück auf dem Parkplatz gibt es „Zapiekanka“, ein pizzaartig überbackenes, flaches Baguettebrot vom lokalen Imbiss, der trotz des Wetters geöffnet hat. Es regnet übrigens immer noch. Ein Blick auf die Wetterkarte ist ernüchternd. Ein gigantisches Regenband erstreckt sich komplett von Norden bis nach Süden über das gesamte westliche Polen. Es hängt in den Bergen des Riesengebirges fest und wird sich hier voraussichtlich die nächsten zwei Tage abregnen.
Wir freuen uns für die lokale Pflanzenwelt, streichen aber schweren Herzens die nächsten beiden Ziele von unserer Liste (Stadtbesichtigung in Breslau und eine tolle Tafelberg-Wanderung). Stattdessen entscheiden wir uns, den Tag zum Fahren zu nutzen und zu versuchen, dem Regen zu entkommen. Während Mattis den halben Tag im Auto verschläft, fahren wir knapp 300 km durch strömenden Regen in Richtung Osten. Am Abend erreichen wir unser Ziel, einen abgelegenen Aussichtspunkt mit großartigem Panorama über die Landschaft. Nach 24 Stunden Dauerregen lässt sich die Sonne nochmal ganz kurz blicken, ehe sie untergeht.