Abenteuer
Die Kinder wollen gern noch einmal an den Strand, die Sandburgen von gestern weiter bauen. Sie finden eine angefangene „Burganlage“ und beschließen, daran weiter zu arbeiten.
Wir bleiben bis zum Mittagessen am Meer, danach machen wie das Wohnmobil startklar (Wasser, Abwasser, Toilette) und fahren bis kurz vor Leba. Hier wollen wir uns einen Leuchtturm anschauen, der eine tolle Sicht auf die Küste bieten soll.
Der Aufstieg zum Leuchtturm ist recht lang und extrem staubig. Als wir mit einer dicken Staubschicht bedeckt oben ankommen, erfahren wir, dass Kinder unter 5 nicht auf den Turm dürfen (weil Baum, einen Grund kann man uns nicht nennen). Ich bleibe also mit Mattis unten und wir winken Anke, Annabell und Felix von unten zu.
Zurück im Camper müssen wir erst einmal Füße waschen. Wir suchen uns einen (hoffentlich einsamen) Platz an einem der großen Seen hier. Die Zufahrt erweist sich als unerwartet dicht bewachsen und eng. Wir kommen an einer Wiese direkt am See heraus, wo außer uns noch eine einheimische Familie zeltet. Wir essen unser Abendbrot im Sonnenuntergang direkt am See.
Schon beim Aussteigen war mir aufgefallen, dass sich die Wiese, auf der wir stehen, recht durchweicht und schlammig anfühlt. Nach dem Essen versuchen wir, das Auto ein Stück zu bewegen – und merken, dass wir feststecken. Alle Versuche, wieder loszukommen, scheitern. Auch die freundliche Hilfe der hier zeltenden Familie und einger ihrer hinzugekommenen Freunde bringt uns nicht weiter. Alles was wir versuchen, lässt das Auto tiefer im Schlamm versinken.
Mittels Google-Übersetzer frage ich einen unserer Helfer, ob er einen Traktor zu Hilfe rufen könnte (da hier sehr viel Landwirtschaft betrieben wird, stehen unsere Chancen nicht schlecht). Er telefoniert und eine Stunde später kommt unser „Traktor“, der sich als LKW erweist.
Wenige Minuten später stehen wir mit dem Wohnmobil wieder auf dem Feldweg und nur noch ein großes schlammiges Loch und eine dicke Schlammkruste auf dem Wohnmobil zeugen von unserem Missgeschick.
Wir bedanken uns mit einer Flasche Wein (Geld will er beim besten Willen nicht annehmen) und fahren auf dem Weg von vorhin zurück. Dummerweise geht es an einer sandigen Stelle bergauf und wir stecken plötzlich wieder fest – diesmal im Sand.
Der Sand lässt sich glücklicherweise wegbuddeln, so dass wir freikommen. Hier kommen wir aber nicht weiter voran. Mit der Astschere ich schlage ich eine Schneise ins Unterholz, während Anke die Taschenlampe hält. So gelingt es uns, auf dem Weg zu wenden und noch einen anderen Weg zurück zur Hauptstraße zu finden. Leicht gestresst kommen wir schließlich in Leba auf dem Campingplatz an. Dieser ist voll und man hört Partymusik von der Stadt, aber die Kinder schlafen bereits und es gibt zumindest eine Dusche. Wir sitzen noch ein wenig am Tisch neben dem Camper bei einem Glas Wein (bzw. Bier) und lassen den Nachmittag erst einmal sacken. Ich schreibe noch das Reiseblog der letzten drei Tage fertig.