Wellen
Nun ist es geschehen. Die Coronawelle hat uns eingeholt, obwohl wir uns hier auf der Insel mit extrem niedrigen Fallzahlen in relativer Sicherheit gewogen haben. Aber die Zahlen sind in der letzten Woche stark angestiegen und Sardinien zählt ab Samstag Nacht als Risikogebiet – wir müssen also zu Hause schnellstmöglich einen Test machen und bis das Ergebnis vorliegt in Quarantäne.
Wir haben verschiedene Optionen erwogen, noch schnell heim zu kommen. Da die Fallzahlen aber auch in ganz Norditalien, Österreich und der Schweiz in die Höhe geschossen sind, ist es aussichtslos, ohne Zwischenstopp in einem der Risikogebiete nach Hause zu kommen. Wir werden also um die Quarantäne nicht herum kommen und genießen erst einmal noch die verbleibenden Tage im Warmen. Angst vor Ansteckung haben wir nicht, da wir mit dem Wohnmobil die Ballungsräume meiden und kaum Kontakt zu anderen Menschen haben.
Die Fragestellung, wie es weitergeht, hat uns einige Stunden gekostet. Wir starten recht spät vom Campingplatz, gehen erst einmal einkaufen und fahren noch eine Stunde durch die Berge in Richtung Süden. Anke hat einen Zwischenstopp am Meer zum Kochen herausgesucht aber hier gibt es jede Menge Restaurants und wir entscheiden uns kurzerhand, Essen zu gehen.
Nach einem super leckeren Essen fahren wir das verbleibende Stück bis zur archäologischen Ausgrabungsstätte von Nora, unserem heutigen Ziel. Unterwegs passieren wir die Metropole Cagliari und deren vorgelagerte Industriegebiete. Im flachen Brackwassertümpeln rechts und links der Straße sehen wir Flamingos. Dennoch sind wir froh, als wir die Gegend hinter uns lassen.
In Nora finden wir einen Parkplatz direkt neben der Ausgrabungsstätte. Hier ist auch ein langer Sandstrand, an dem sich Surfer tummeln. Obwohl es sehr diesig ist, drückt die Sonne durch die Wolken und es sind 25 Grad. Wir entscheiden uns spontan, einen Strandtag einzulegen und die Besichtigung der Anlage hier auf morgen zu verschieben. Den Strand haben wir fast komplett für uns alleine.
Am Abend leert sich der Parkplatz komplett. Als wir zu Abend essen klopft es und jemand fragt, ob wir hier übernachten – ein weiterer Camper aus Frankreich hat sich neben uns eingefunden.