Berge und Meer
Mein Wecker klingelt 5:45, noch vor dem Sonnenaufgang. Ich reibe mir den Schlaf aus den Augen, mache den Camper startklar und fahre die 6 Kilometer Serpentinen bis nach oben zur Auronzo-Hütte. Der Plan war, die Kinder noch schlafen zu lassen und ganz vorsichtig zu fahren. Doch wenige Minuten später sitzen alle und schauen nach draußen. Als erstes muss ich aber noch die Parkgebühr bezahlen, stolze 45 Euro für einen Tag. Dieser beginnt nach der neuesten Regelung um 2 Uhr Nachts, so dass es für Übernachter auf dem Gelände doppelt so teuer wird – der Grund, warum wir einen Parkplatz davor übernachtet haben.
Als wir oben ankommen, geht gerade die Sonne über den Bergen auf. Wir essen erst einmal in Ruhe Frühstück und schießen jede Menge Fotos. Anschließend ziehen wir uns für unsere Wanderung warm an – es herrschen hier frostige Außentemperaturen von gerade mal 4 Grad.
Wir wandern los und kurze Zeit später trage ich einen mit Jacken behängten Rucksack. Die Sonne hat hier eine enorme Kraft und wärmt uns ordentlich.
Wir umwandern eine bizarre Felsenformation und warten darauf, die berühmten „Drei Zinnen“ endlich zu sehen zu bekommen.
Als wir die Felsen zur Hälfte umrundet haben, sehen wir die markanten Konturen der berühmten Felsen vor uns. Es sind in Wirklichkeit nämlich gar nicht drei, sondern eine ganze Handvoll dieser Felsen. Nur von Süden aus betrachtet ergibt sich das berühmte Bild.
Anschließend geht es weiter über einen Pfad durch ein großes Geröllfeld. Zwischen den Steinen gibt es jede Menge Grün, das von Kühen beweidet wird.
Das Wetter wechselt zwischen Wolken und Sonne. Wir machen unterwegs in Ruhe Mittagspause (neben den Jacken sind auch reichlich Vorräte im Rucksack). Am Nachmittag haben wir die Zinnen komplett umrundet und sind zurück am Camper.
Wir fahren zurück ins Tal. Mattis nach wenigen Minuten im Sitz eingeschlafen.
Unser nächster Stopp ist in Dellach im österreichischem Drautal. Als wir die Berge verlassen und wieder mobilen Datenempfang haben, erreichen uns im Wetterbericht die Meldungen über Polarwinde, die uns ab Mitte der Woche einen „Frühherbst“ bescheren sollen. Morgen wollten wir eigentlich einen Badestopp in einem Waldbad bei Dellach einlegen. Die Temperaturen sollen aber gerade noch so über die 20 Grad kommen. Am Wochenende soll es hier dann wirklich herbstlich und verregnet werden.
Wir parken vor dem ziemlich überteuerten Campingplatz am Waldbad, halten Familienrat und schauen etwas neidisch auf die sonnigen 30 Grad, nur wenige Autostunden südlich von uns. Schon bald steht die Entscheidung fest: wir wollen das schlechte Wetter im Süden aussitzen. Wir starten am Abend, machen eine Rast zum Abendbrot an der österreichischen Grenze nach Slovenien und stehen kurz nach 23 Uhr an der Adria. Hier ist es heute Nacht noch wärmer, als es morgen Mittag in Dellach überhaupt werden wird.
Wir verfrachten die teils schon schlafenden Kinder in die Betten und schlafen selbst auch gleich ein.