Heiliger Michael!
Als ich aufwache und aus dem Fester schaue, ist die Sonne noch nicht aufgegangen. Aber es ist auch keine einzige Wolke am Himmel zu sehen. Ich hüpfe in meine Sachen, begegne kurz einem verschlafenen Felix im Bad, steige ins Auto und fahre auf die Hochebene.
Ich mache unterwegs ein paar Fotos und fahre dann direkt zum Lagoa do Capitão. Diesmal will ich mir die Sicht nicht schon wieder von Wolken vermasseln lassen.
Nachdem ich meine Bilder im Kasten habe, fahre ich wieder zurück zum Ferienhaus und komme pünktlich an, als die anderen aufwachen. Wir frühstücken in Ruhe, danach überqueren wir die Insel bis nach Süden, zu der tollen Badestelle von vor zwei Tagen. Anke hat gestern Abend noch fleißig gepackt, so dass wir die Zeit heute zum Baden nutzen können.
An der Badestelle angekommen, schauen wir erst einmal, wohin die urig aussehende Steintreppe führt, die wir beim letzen Mal schon gesehen haben. Sie endet zunächst an einem Bachlauf, der gerade kein Wasser führt und geht dann in einen Wanderweg über.
Den restlichen Vormittag verbringen wir plantschend am Meer.
Wir gehen pünktlich um 12 in ein Restaurant direkt hier am Meer essen. Danach müssen wir zurück ins Ferienhaus, das Auto beladen und zum Flughafen. Das Essen ist sehr lecker, aber leider dauert alles ewig. Anke, Felix und ich sind fertig, während Annabell und Mattis noch auf ihre Nudeln warten. Als die endlich kommen, ist unsere Zeitreserve alle und wir lassen das Essen zum Mitnehmen einpacken.
Wir fahren zurück, checken im Ferienhaus aus und kommen eine Stunde vor Abflug auf dem Flughafen an. Das ist aber gar kein Problem, hier geht es super entspannt und familiär zu.
Mit einer kleinen Turbo-Prop-Maschine starten wir in Richtung São Miguel.
In São Miguel angekommen, geht es leider nicht mehr ganz so entspannt weiter. An einer einzigen Autovermietung steht eine lange Schlange - und es ist unsere. Hier werden die Mieter mit nervenaufreibender Langsamkeit abgefertigt, alle 20-25 Minuten hat ein Weiterer sein Auto. Zum Glück werden bald noch zwei Schalter geöffnet, aber bis wir den Schlüssel in der Hand halten, vergeht eine ganze Stunde.
Leider geht es danach nicht wirklich schneller weiter. Wir bekommen eine Sitzerhöhung für Felix, aber die Kindersitze in Mattis’ Größe sind gerade aus. Bis Nachschub da ist, vergehen nochmal 45 Minuten. Meine Laune sieht man mir vermutlich schon von Weitem an, die Mitarbeiter von Ilha Verde gehen mir so gut sie können aus dem Weg, bis endlich der Sitz da ist.
Beim Check-In im Hotel gibt es dann die nächste böse Überraschung. Die Empfangsdame tippt immer nervöser am Rechner rum und fängt zu Telefonieren an, um uns schließlich mitzuteilen, dass man uns erst morgen erwartet hätte und unser Bungalow noch belegt ist. Sie telefoniert reichlich Hotels in der Nähe ab und findet schließlich ein freies Zimmer für heute Nacht im einzigen 5-Sterne-Spa-Hotel im Umkreis.
Mattis ist übermüdet, überdreht und damit nicht mehr in Topform für ein 5-Sterne-Restaurant. Daher suchen wir uns ein kleines chinesisches Restaurant in der Nähe. Annabell wollte sowieso gerne mal Sushi ausprobieren.
Unser Essen ist schnell, unkompliziert und lecker - totales Kontrastprogramm zum heutigen Nachmittag. Gut gesättigt und wieder bester Laune geht es ins Hotel zurück.
Während Anke und die Kinder ins Bett fallen, setze ich mich noch mit dem Laptop zur Live-Musik an die Hotelbar und schreibe bei einem Drink unseren Reiseblog für heute.