Wasserwege
Ich wache auf und habe überall Muskelkater - Surfen ist wohl doch etwas anspruchsvoller, als es sich gestern noch angefühlt hat.
Unter einer dicken Wolkendecke scheinen noch ein paar Sonnenstrahlen hindurch, die bald verschwinden werden. Für heute ist reichlich Regen angesagt. Am liebsten würde ich liegen bleiben, aber zur Lockerung haben wir heute eine Wanderung zum Lagoa do Fogo geplant.
Auf der Strecke liegt ein Aussichtspunkt, von dem aus man den ganzen See sehen kann. Zumindest in der Theorie, als wir vorbei fahren, ist die gesamte Gegend in dicke Wolken gehüllt. Wir fahren gleich bis zum Start der Wanderung.
Eigentlich soll die Strecke 3,5 km (und zurück) sein. Allerdings ist die Piste zum Startpunkt hinauf dermaßen ausgewaschen und zerfurcht, dass wir das Auto noch fast 2 Kilometer weiter unten stehen lassen müssen und die Wanderung entsprechend länger wird.
Bei dem steilen Aufstieg, 26 Grad und fast 100% Luftfeuchtigkeit läuft uns das Wasser bereits nach den ersten Metern die Arme hinab, ohne dass wir zusätzlich schwitzen müssen.
Kurz vor Ende des Aufstiegs, regnet es sich erstmal ordentlich ab. Wir stellen uns unter einen Baum, bis das Gröbste vorüber ist, dann ziehen wir die Regenjacken an und wandern weiter.
Als wir aus dem Sicheltannen-Wald heraus kommen, hört es auf zu regnen und sogar die Sonne lässt sich kurz blicken. Ab hier verläuft die Route entlang einer Levada. Das sind offene Wasserkanäle mit geringem Gefälle, welche entlang der Berge angelegt wurden, um Regenwasser für die Landwirtschaft zu sammeln und ins Tal zu leiten.
Oben am See nieselt es noch einmal leicht. Wir ziehen erneut die Regenjacken an und essen zum Mittag unsere belegten Brötchen.
Bei schönstem Sonnenschein machen wir uns wieder an den Abstieg. Hinab geht es viel schneller und wir kommen nicht einmal mehr ins Schwitzen.
Nach reichlich 4 Stunden kommen wir wieder unten am Auto an. Den Muskelkater in den Beinen bin ich auf jeden Fall schonmal los.
Wir versuchen auf dem Rückweg noch einmal unser Glück am Aussichtspunkt.
Wir fahren zurück ins Hotel. Während die Kinder sich im Pool erfrischen, suchen wir ein Restaurant zum Abendbrot. Die Pizzeria O Sole Mio, die wir schon von der Caldera-Tour kennen, hat um die Ecke eine Außenstelle. Hier wird zwar noch gebaut und das Ambiente fehlt noch komplett. Die Pizza schmeckt aber genau so gut, wie in Ginetes.