Badewanne
Gestern Abend kamen noch zwei Gäste im Hotel an, ein junges Pärchen aus Polen. Mit den beiden habe ich noch recht lange gesessen und erzählt, da sie von Polen über Montenegro nach Albanien gereist sind und einige unserer geplanten Stopps schon gesehen haben.
Gegen 8 stehen wir auf und gehen zum Hotel rüber zum Frühstücken. Danach fahren wir ein kurzes Stück bis zum See runter. Heute sollen wieder über 36 Grad werden und wir wollen den Tag am Wasser verbringen.
Der Skutarisee ist riesengroß, aber sehr flach. Mattis kann nach etlichen Metern noch stehen. Selbst als wir ein ganzes Stück rausschwimmen, ist er nur zwei bis drei Meter tief. Entsprechend warm ist das Wasser. Wir haben das Gefühl, in einer großen Badewanne zu sitzen und schätzen die Wassertemperatur auf mindestens 35 Grad.
Ich pumpe gleich am Anfang das Stand-Up-Paddel-Board auf, so dass die Kinder damit über den See paddeln können.
Zum Mittag gibt es im Schatten des Campers Spaghetti mit Pesto und etwas Gemüse (Danke an Christiane für das leckere Pesto!).
Nach dem Mittagessen baue ich das Segel auf’s Board und schippere ein wenig im seichten aber sehr konstanten Wind auf dem See herum. Auf die Art und Weise verbringen wir den gesamten heißen Tag entspannt am See.
Am späten Nachmittag packen wir zusammen. Mattis klagt über Kopfweh und fühlt sich warm an. Wir messen deutlich über 38 Grad, er bekommt gleich Ibuprofen.
Kurz nachdem wir losgefahren sind, beginnen die Gebirge Albaniens in Richtung Montenegro, die wir in steilen Serpentinen erklimmen. Wir kommen schnell auf über 1000 Meter Höhe. Hier ist es dann auch fast 10 Grad kälter als unten im Tal.
Wir haben heute nicht einmal 100 Kilometer vor uns. Allerdings geht es quer durch die Berge, so dass wir am Ende weit über zwei Stunden dafür benötigen.
Wir erklimmen einen beeindruckenden Pass, fahren auf der anderen Seite des Berges wieder hinab und folgen einem Fluss quer durch die grüne Berglandschaft. Nach zwei Stunden erreichen wir die Grenze zu Monte Negro. Von hier aus ist es dann noch einmal eine halbe Stunde bis in das Tal von Grbaja. Hier beginnt ein Nationalpark, in dem wir morgen wandern wollen.
Die letzten Kilometer ist die Straße nur noch einspurig. Etliche entgegenkommende Fahrzeuge machen die Anfahrt zum Geduldsspiel. Als die Sonne gerade noch die letzten Bergspitzen beleuchtet, erreichen wir den Stellplatz - eine große Wiese auf über 1000 Metern Höhe, gesäumt von schroffen Berggipfeln.
In der Nacht wird es ziemlich kühl, die Temperaturen fallen auf 16 Grad. Wir lüften den Camper ordentlich durch und freuen uns über die Abkühlung. Da wir morgen zeitig loswandern wollen, packen wir noch die Rucksäcke und gehen früh ins Bett. Nebenan hören wir ein paar Kühe muhen, ansonsten ist es absolut ruhig.