Seen und Fjorde
Wir haben sehr gut geschlafen, zur Abwechslung sind heute alle bei Zeiten wach. Während wir in Ruhe frühstücken, wärmt uns die Sonne schon ordentlich. Wir machen uns für eine kleine Wanderung startklar.
Nach ein paar hundert Metern erreichen wir bereits den Schwarzen See. Eigentlich sind es zwei Seen, die durch einen schmalen Wasserweg verbunden sind. Der See liegt auf einer Höhe von 1400 Metern. Ein angenehmes Klima und ein weitgehend ebener Wanderweg um den See machen die Wanderung hier sehr entspannt.
Auf halber Strecke machen wir einem Badestopp. Das Wasser ist mit etwa 20 Grad äußerst angenehm.
Wir sind um 12 zurück am Wohnmobil, weil wir um diese Zeit auschecken müssen. Ich frage nach, dann dürfen wir noch ein wenig länger stehen, um Mittag zu essen. Anke zaubert eine leichte Reis-Gemüse-Pfanne.
Wir fahren nach dem Mittagessen los und durchqueren erneut die große Hochebene in Richtung der Berge.
Die nächsten zwei Stunden geht es durch Gebirge und endlose grüne Ebenen. Hier ist bis auf einige Restaurants und ein paar Dörfchen in den Tälern kaum ein Haus zu sehen. Ab und an fahren wir an großen Seen inmitten von Natur vorbei.
Es geht zügig voran, die Straßen hier sind wesentlich besser ausgebaut, als in den Bergen. Nach gut zwei Stunden erreichen wir die Küste und treffen auf eine Fjordlandschaft, die auch in Norwegen hätte liegen können.
Die Straße windet sich den Berg hinunter und folgt dann der Kontur der Küstenlinie. Hier unten ist zwischen der Straße und dem Berg gerade genug Platz für ein paar einzelne Häuser. In Richtung Meer quetscht sich das eine oder andere Restaurant. Wir schlängeln uns noch eine reichliche halbe Stunde durch dichten Verkehr, bis wir die Altstadt von Kotor passieren.
Ein Stück weiter erreichen wir einen kleinen Stellplatz für eine Handvoll Wohnmobile direkt am Meer. Wir haben Glück, als wir ankommen sind noch zwei Plätze frei. Direkt nach uns kommt noch ein Fahrzeug, welches den letzten Platz belegt. Wir erfrischen uns erst einmal im Meer und duschen im Camper.
Wir ziehen uns um und schlendern in Richtung Altstadt auf der Suche nach einem hübschen Restaurant. Es ist noch knapp 30 Grad warm, viel kälter wird es heute nicht mehr werden.
Kotor ist bekannt für seine vielen Katzen, welche an allen erdenklichen Ecken liegen und es sich gut gehen lassen. Im Gegensatz zu vielen anderen Städten werden sie hier gefüttert und sehen gut genährt und gesund aus.
Wir finden ein schön gelegenes Restaurant, bei dem uns die Karte auf Anhieb zusagt. Während die anderen Restaurants jede Menge freie Tische haben und uns versuchen herein zu winken, sind hier leider alle Tische reserviert. Wir können aber noch einen für später reservierten Tisch bekommen, wenn wir uns nicht mehr als zwei Stunden Zeit für’s Essen lassen. Da wir noch mehr vorhaben, kommt uns das gelegen.
Anke und Mattis wollen Muscheln essen. Für mich gibt es ein kleines zartes Rumpsteak. Annabell hat keinen großen Hunger und begnügt sich mit einem Bruschetta. Felix findet nichts passendes auf der Karte, wir können aber Pasta mit Tomaten für ihn bestellen.
Nach dem Abendessen holen sich die Kinder nebenan schnell ein Eis. Danach wollen wir noch die Treppe zur Festung hinauf steigen.
Die Kasse zur Festung sollte eigentlich bis 20 Uhr aufhaben. Als wir 5 Minuten vorher ankommen, ist schon alles verriegelt. Zwei enttäuschte Touristen meinen, sie sind auch nicht mehr reingekommen. Wir schlüpfen kurzerhand unter dem Drehkreuz durch und machen uns an den Aufstieg.
Heute Abend sind die Temperaturen für den Aufstieg noch recht erträglich. Für morgen sind 36 Grad angesagt, es wird sehr früh schon recht warm sein.
Eine dreiviertel Stunde später stehen wir schwitzend ganz oben auf der Festung und schauen auf’s Fjord hinab. Inzwischen ist es bald dunkel, so dass wir uns schnell wieder an den Abstieg machen.
Auf dem Weg hinab zählen wir die Stufen. Es sollen etwa 1350 sein, wir kommen auf 1326. Der Abstieg geht recht schnell, durch das zählen sind die Kinder gut beschäftigt. Alle 100 Stufen freuen wir uns laut und machen eine kurze Pause.