Überall Katzen
Die Nacht war heiß und nur wenig erholsam. Die Temperatur ist nicht wesentlich unter 30 Grad gefallen und erst gegen Morgen hat ein leichtes Lüftchen geweht. Anke und ich sind zeitig wach. Ich gehe zum Bäcker und decke uns mit Croissants ein, Anke bereitet in der Zeit das Frühstück vor.
Wir essen direkt am Strand. Hier sind wir um diese Zeit noch fast alleine.
Nach dem Frühstück schlendern wir noch ein Stück durch die schöne Altstadt Kotors. Wir kennen schon einige Wege von gestern, trotzdem müssen wir drauf achten, uns im Gewirr der Gassen nicht zu verlaufen. An jeder Ecke gibt es Bars, Restaurants, Eis und Souveniere. Wir kaufen das Eine oder Andere und schauen uns nach den vielen Katzen um, die hier jedes bequeme Plätzchen in Beschlag genommen haben.
Bevor es zu heiß wird, gehen wir zurück zum Camper und fahren nach Süden in Richtung Budva, wo es mehrere schöne Sandstrände geben soll. Kurz vor Budva biegen wir ein kleines Stück von der Hauptstraße ab und genießen in einem Restaurant mit großer Terrasse deftige und leckere montenegerianische Küche. Anke isst eine Bohnensuppe und ich bestelle Lamm vom Grill, welches drei bis vier Stunden geschmort wurde und sich butterzart vom Knochen löst.
Direkt oberhalb von Budva hat Anke einen Stellplatz gefunden, von dem aus es zum Meer geht. Dieser ist allerdings oben auf der Steilküste, der Abstieg zum Strand sieht lang und beschwerlich aus. Wir entscheiden, weiter unten nach einem Stellplatz an einem der anderen Strände zu suchen, was sich allerdings als fataler Fehler entpuppt. Schnell merken wir, dass Budva das “Lloret de Mar” Montenegros ist. Die Strandpromenade ist mit riesigen Hotels bebaut. Die Strände sind voll, die Straßen sind voll, die Parkplätze sind voll. Nach etlichen Versuchen geben wir entnervt auf und fahren zum ersten Stellplatz auf der Steilklippe zurück.
Der Abstieg ist tatsächlich recht anspruchsvoll, insbesondere der letzte Teil, bei dem wir uns an einem Seil die schräge Böschung hinabhangeln. Wir landen dafür an einem der schönsten Strandabschnitte der Küste. Auch hier ist es recht voll, allerdings geht es sehr entspannt zu. Die meisten Badegäste sind Jugendliche, die Ball spielen und Musik hören.
Das Meer ist lauwarm, die Brandung ordentlich aber nicht gefährlich. Annabell und Felix springen direkt ins Meer, Anke und ich schwimmen ein Stück mit Mattis. Mattis macht sich kurz darauf ans Sandburgen bauen, Anke und ich haben Zeit zum Relaxen und Lesen. Es ist heute Nachmittag recht zugezogen, was wir sehr begrüßen. Für den Ort sind heute 40 Grad angesagt, durch die Wolken bleibt es bei etwa 35.
Am späten Nachmittag geht es zurück zum Camper. Wir stellen uns in den nachmittäglichen Stau durch Budva, biegen bei der ersten Gelegenheit von der Küstenstraße in Richtung Berge ab und fahren die Serpentinen hinauf in Richtung Lovcen-Nationalpark. Ziemlich schnell sind wir wieder in grüner Natur. Wir verlassen die Hauptstraße und schlängeln uns auf schmalen Serpentinenstraßen immer weiter nach oben.
Nach kurzer Zeit sind wir wieder auf 1400 Metern und stoppen an einem der unzähligen Stände, an dem Honig und hausgemachte Liköre verkauft werden. Als wir aussteigen, stellen wir fest, dass es hier oben recht kühl ist und wir fast Jacken bräuchten. Wir decken uns mit Mitbringseln für unsere Lieben zu Hause ein und fahren noch ein Stück nach oben, bis auf 1500 Meter. Der Stellplatz hier gefällt uns nicht, er ist asphaltiert und eng. Wir fahren wieder zurück zu dem Stand, an dem wir eingekauft haben und stellen uns auf eine große Fläche in der Nähe. Hier steht ein Stück entfernt noch ein großes Wohnmobil auf Frankreich. Ansonsten sind wir hier oben am Berg allein.
Der heutige Stellplatz könnte in keinem größerem Kontrast zu dem von letzter Nacht stehen. Gestern waren wir am Meer in der Stadt. Es war heiß und auch verhältnismäßig laut. Heute stehen wir inmitten von Bergen und Natur. Weit und breit sind kaum Menschen und es weht ein kühler Wind durch die Berge.
Als wir Abends im Camper sitzen, zieht ein Sturm auf und schüttelt uns ordentlich durch. In der Nacht oder morgen früh soll es hier auch noch gewittern.