Petar II Mausoleum und Kristallbucht
Heute Nacht war es schön kühl und windig, wir haben wunderbar geschlafen. Es hat recht heftig gestürmt, das Gewitter ist aber ausgeblieben. Es ist noch immer recht zugezogen, der Wind treibt die Wolken aber vor sich her, so dass es häufig kleine Lücken mit Sonnenschein gibt.
Frühstück gibt’s im Camper, draußen ist es noch zu windig. Wir haben gestern vom Bäcker noch Schokocroissants für heute mitgenommen, die wir uns schmecken lassen. Nach dem Frühstück fahren wir wieder auf den oberen Parkplatz. Annabell kuschelt sich nochmal ins Bett; Anke, Mattis, Felix und ich wandern durch den Wald ein kurzes Stück bis zum Gipfel des Berges.
Hier beginnt eine Treppe, die zum Mausoleum von Petar II führt. Diese Grabanlage beherrscht den gesamten Gipfel uns ist schon von weitem zu sehen. 540 Stufen führen uns durch einen Tunnel im Berg bis zu einer monumentalen Grabstätte, die an die Gräber ägyptischer Pharaonen erinnert. Im Inneren führt eine Treppe hinab in die Krypta mit einem steinernen Sarkophag.
Hinter dem Monument befindet sich ein Weg zu einer Steinplattform, die einen Rundumblick über die Gipfel ermöglicht. Wir schießen ein paar Fotos und machen uns wieder an den Abstieg.
Mit dem Camper geht es wieder hinab ins Tal. Auf der schmalen Serpentinenstraße kommt und plötzlich ein Reisebus entgegen. Die Straße ist nicht breit genug für uns beide, einer muss weichen. Während der Busfahrer schmipft, dass ich nicht rückwärts fahren möchte, hat sich hinter mir eine endlose Autoschlange gebildet. Endlich nimmt der Busfahrer diese zur Kenntniss und fährt selbst ein paar hundert Meter zurück, bis zu einer Stelle, an der wir gerade so aneinander vorbei passen.
Der Rest der Fahrt verläuft entspannt. Wir fahren aus dem Nationalpark heraus, folgen der Schnellstraße durch die Berge nach Süden und biegen erneut in eine kleinere Serpentinenstraße ein, die uns zu einem Aussichtspunkt über einer spektakulären Biegung des Flusses Crnojević bringt. Dieser Fluss versorgt den Skutarisee, in dem wir auf der albanischen Seite bereits baden waren.
Zum Mittag stoppen wir in der Nähe an einem einheimischen Restaurant. Es steht vorwiegend frischer Fisch auf der Speisekarte, uns wird gleich gesagt, dass die Fleischgerichte nicht verfügbar sind. Anke nimmt die Fischsuppe, die Kinder suchen sich ein paar andere Kleinigkeiten von der Karte. Ich bestelle Wolfsbarsch. Als alles Essen (außer meinem) auf dem Tisch steht, bekomme ich gesagt, dass der Barsch gerade aus ist. Ebenso alle anderen Fische, die ich als Alternative bestellen möchte. Ich entscheide mich kurzerhand für Schinken und Käse.
Wir fahren die Straße weiter den Skutarisee entlang. Sie wird einspurig, entgegenkommende Fahrzeuge werden zur Herausforderung. Hier und da ist es echt eng, aber diesmal kommt zumindest kein Bus entgegen.
An einer Stelle liegt irgendwas mitten auf der Straße. Ich mache eine Vollbremsung, als wir erkennen, dass es eine Schildkröte ist. Anke und die Kinder springen sofort aus dem Auto, um das Tier sicher auf die andere Straßenseite zu geleiten.
Wir erreichen die Küste, wo die einzige “große” Straße entlang führt. Hier gibt es erst einmal Stau um den Badeort “Bar”. Wir fahren noch ein Stück weiter, Anke hat außerhalb einen Strand gefunden, der nicht so überlaufen sein soll. Wir starten einen Versuch, mit dem Camper bis ganz in die Nähe zu kommen. Die Straßem abseits der Hauptstraße sind aber alle steil und eng, wir sind froh, als wir es schaffen zu wenden und wieder auf die Hauptstraße zu kommen. Dort parken wir und laufen das Stück zum Strand hinunter. Die letzten Meter gehen wieder steil abwärts durch den Wald. Diesmal werden wir mit einem fast leeren Steinstrand belohnt.
Nachdem ich der Brandung eine Weile zugeschaut habe, wage ich mich in die Wellen. Annabell und Felix wollen auch gern, da es mich selbst aber fast umwirft, wollen wir das nicht riskieren.
Wir essen Brot, Salami, Käse und Obst am Strand. Dann machen wir uns an den Rückweg zum Camper.
Unser Campingplatz für die Nacht ist nur ein paar Kilometer vom Strand entfernt. Schmale Straßen sind wir inzwischen gewohnt und kommen fast ohne Zwischenfälle dort an.
Der Campingplatz ist ein “Alternativer” Campingplatz, wie mir ein Mann mit langem Bart bei der Einfahrt erklärt. Das bedeutet in erster Linie, dass es hier kein Wasser, keine Duschen und keine Toiletten gibt. Da wir dies alles im Gepäck haben, ist das kein Problem.