Von Bar nach Berat
Gegen Mitternacht holt uns das Gewitter ein, welches gestern früh ausgefallen ist. Es regnet heftig, die Blitze schlagen recht nahe in den Bergen ein. Nach kurzer Zeit ist das Gewitter vorüber und die Wolken regnen sich ab.
Am Morgen ist keine Wolke mehr zu sehen. Wir essen bei strahlendem Sonnenschein im Schatten der Markise. Unser Gastgeber vom Zeltplatz kommt gerade rechtzeitig angeradelt und bringt frische Brötchen.
Als wir losfahren, krabbeln die Nachbarn, die einzigen anderen Gäste auf dem Campingplatz gerade aus dem Schlafsack. “Alternativ” heißt offenbar auch, dass Kleidung optional ist.
Wir fahren nur 200 Meter, hier ist eine Quelle, an der wir Frischwasser auffüllen können. Leider schätze ich die enge Stellfläche falsch ein und bleibe mit der Stoßstange an einem Holzzaun hängen. Der Zaun übersteht dies ohne einen Kratzer.
Der Schaden schaut auf den ersten Blick schlimmer aus, als er ist. In der Werkzeugkiste ist alles, was ich brauche, um die abgerissenen Kabel zu flicken. Ein Anwohner schlendert vorbei und kommt kurz darauf mit einer Rolle Tape zurück. Eine halbe Stunde später ist die Beleuchtung wieder intakt, die Stoßstange wieder fest und wir rollen wieder. Zum Glück sind wir versichert, der Selbstbehalt ist im Urlaub schon mit eingepreist. Anke hat in der Zwischenzeit mit den Kindern das Frischwasser aus der Quelle komplett aufgefüllt.
Heute müssen wir einen Fahrtag einlegen. Das nächste Ziel ist nur knapp über 200 Kilometer entfernt. Allerdings sind wieder viele kleine Bergstraßen auf der Route. Das Navi plant mit 4½ Stunden, wir rechnen eher mit 5-6 Stunden.
Nach einer Weile kommen wir auf besser ausgebaute Straßen und es geht halbwegs zügig voran. Wir überqueren am Vormittag die Grenze nach Albanien. Überall, wo sich der Verkehr staut, sehen wir Kinder, die um Geld betteln. Einige haben selbst schon Kinder.
Zum Mittag stoppen wir an einem der vielen, hübsch aussehenden Restaurants neben der Straße. Die Karte ist etwas kryptisch, wir bestellen einfach querbeet: Gemüse, Fleisch, Beilagen. Es schmeckt sehr gut, für jeden ist etwas dabei. Eine knappe Stunde später fahren wir gut gesättigt weiter. Das Navi zeigt noch etwas über 3 Stunden an.
Je weiter wir nach Süden kommen, desto voller wird die Straße. Es dauert nicht lange, bis wir inmitten einer Blechlawine mit 40-50 Stundenkilometern in Richtung Durres rollen. Um Durres gibt es eine Autobahn. Die ist zwar zweispurig aber ziemlich voll. Die rechte Spur ist auf etlichen Kilometern löchrig und kaum befahrbar. Hinter Kurven stehen ohne Vorwarnung liegengebliebene Autos. Am Straßenrand gibt es Stände mit Obst, Autos halten dort unvermittelt an, um einzukaufen. Die Reparatur des Blinkers hätte ich mir sparen können, hier weiß eh keiner, was das ist.
Nach Durres entfernen wir uns wieder von der Küste. Der Verkehr wird wieder weniger, die Autobahn wird deutlich besser. Als diese endet, geht es auf gut ausgebauten Landstraßen durch vorwiegend landwirtschaftlich genutzte Gebiete. Alles ist grün, in den Gärten und Gewächshäusern stehen volle Obstbäume. Die Flüsse sind voll, Wasser scheint es reichlich zu geben. Wir fahren an einem riesigen Wasser-Reservoire vorbei, welches auch jetzt im Hochsommer komplett gefüllt ist.
Da Mattis seit dem Mittagessen friedlich schläft und Annabell und Felix friedlich auf dem Tablet daddeln, fahren wir bis zu unserem Ziel durch. Am späten Nachmittag erreichen wir Berat, eine Stadt, welche auf eine über 2000jährige Geschichte zurück blicken kann.
Es gibt drei verschiedene Altstädte: Gorica - das christliche Viertel direkt am Fluss, Mangalem - die osmanische Stadt der 1000 Fenster am Fuße des Berges und Kalaja innerhalb der alten Burganlage oben auf dem Berg.
Wir schauen zwei Campingplätze an. Der in der Stadt ist eng und es ist recht laut. Der außerhalb ein ganzes Stück entfernt. Anke entdecNJ von Gorica. Von hier aus können wir direkt auf Sightseeing gehen.
Auf dem Stellplatz werden wir herzlich begrüßt. Wir sind der einzige Camper, sonst stehen hier heute nur PKW. Da noch viel Platz ist, dürfen wir uns mittendrauf stellen. Wir drehen die Tür in Richtung Berg und schaffen uns so ein privates Eckchen für unseren Tisch.
Als wir uns eingerichtet haben, kommt die halbe Familie des Stellplatz-Besitzers, um uns Hallo zu sagen, die beiden Katzen vorzustellen und uns sogar eine Auswahl an frischem Obst zu schenken.
Am Abend gehen wir noch eine kleine Runde über die zweite Brücke nach Mangalem.
Am Abend mache ich noch eine kleine Foto-Runde.
Am Abend schauen wir noch ein Stück von “Die Chroniken von Narnia”