Drei Viertel
Die Nacht war erfrischend kühl und angenehm ruhig. Frühstück gibt’s auf dem Stellplatz zwischen Camper und Berghang. Die Sonne scheint bereits sehr intensiv. Die Katzen umturnen uns und freuen sich über’s Futter.
Für heute Vormittag steht die Besichtigung der Stadt Berat auf dem Plan. Wir schlendern nach Mangalem hinüber. In einem kleinen Laden kaufe ich mir einen neuen Hut. Ein vielleicht 10jähriges Mädchen übersetzt für uns ins Englische. Wir fragen auch gleich nach einem Taxi, den Aufstieg nach Kalaja wollen wir bei der Hitze nicht zu Fuß machen. Für einen kleinen Betrag fährt uns der Vater des Mädchens mit einem alten Benz den Berg hinauf.
Nachdem wir das Burgviertel besichtigt haben, steigen wir hinab nach Mangalem. Die Kinder haben Spaß auf der terrassenartigen Wegbegrenzung. Drei Schritte laufen, einmal springen - so geht es den ganzen Weg hinunter.
Eigentlich wollten wir hier Mittag essen, die meisten Restaurants machen aber erst am Nachmittag oder Abend auf. Wir schauen noch ein wenig umher und gehen dann über die Brücken nach Gorica, dem dritten alten Stadtviertel.
Hier suchen wir uns ein Restaurant in einem der alten Gebäude. Das Essen ist phantastisch und von sehr guter Qualität. Zu fünft werden wie hier für weniger als 40 Euro satt.
Nach dem Essen brechen wir auf und folgen dem Fluss Osum in Richtung Süden. Die Straßen sind kurvig und holprig, mehr als 30 Kilometer schaffen wir nicht in einer Stunde. Die Straße geht in Serpentinen den Berg entlang, unterhalb von uns ist der blaue Fluss fast ständig zu sehen.
Wir halten in einem Örtchen, von dem aus ein Wanderweg durch ein Wäldchen zu einem Wasserfall gehen soll. Der Weg entpuppt sich als äußerst staubige Piste mit wenig Schatten. Wir laufen trotzdem die 40 Minuten und freuen uns auf ein Bad im Flüsschen. Ab dem Camper trottet uns ein ziemlich großer Hund hinterher.
Oben angekommen, treffen wir auf eine Menschenmenge. Der Wasserfall ist eine touristische Attraktion. Zum Glück verschwinden die meisten wieder, nachdem sie die Füße ins Wasser gehalten haben. Wir sind bald allein mit einer handvoll Einheimischer, welche flussgekühlte Getränke verkaufen.
Das Flusswasser hier ist richtig kalt. Während wir bei 12 Grad im Tara-Fluss noch ganz gut schwimmen konnten, frieren uns hier fast die Füße ab. Es braucht einige Versuche, bis wir hier ein wenig schwimmen können.
Wir bleiben eine ganze Weile, die Kinder plantschen noch hier und da. Dann machen wir uns auf den Rückweg. Nach kurzer Zeit trottet der Straßenhund wieder hinter uns her.
Wir fahren noch eine Stunde den Fluss entlang. Er gräbt sich teils tief in die Landschaft. Zum Abendbrot erreichen wir eine Stelle, wo er einen tiefen Canyon gebildet hat. Am schönsten Aussichtspunkt halten wir. Dort ist auch ein kleiner Campingplatz, wo wir die Nacht verbringen werden.
Am Abend sitzen wir noch bei einem Glas vom lokalen Wein und schauen den Rest von den “Chroniken von Narnia”