Ankunft
Nachdem ich mich gestern über die Deutsche Bahn ausgelassen habe, lässt sich der ÖBB heute nicht lumpen. Alles fängt damit an, dass wir in Villach mitten in der Nacht 2 Stunden Pause einlegen, um auf das italienische Zugpersonal zu warten, welches den Zug übernehmen soll. Von der Pause bekommen wir so direkt nichts mit, weil wir schlafen.
Allerdings sind wir indirekt betroffen: um 4:20 Uhr gehen in allen Abteils die Lichter auf Maximum. Wir spingen aus dem Bett und denken, wir haben die Ankunft in Florenz verpasst. Dann gehen die Lichter wieder aus. Unser Wagon-Steward steht verschlafen auf dem Gang und meint, die Italiener kommen mit der Technik des Zugs noch nicht so gut zurecht. Wir gehen wieder ins Bett, aber das Schauspiel wiederholt sich mehrfach, bis 5 Uhr.
Wir schlafen wieder ein und wachen 6:15 auf - es sollte jetzt eigentlich Frühstück geben. Aber wird haben uns seit der nächlichen Light-Show fast gar nicht weiter bewegt. Es heißt, wir haben 2 Stunden Verspätung und wir können ausschlafen.
Leider bedeuten 2 Stunden Verspätung beim Nightjet vor allem eines: alle unsere Durchfahrtszeiten in den großen Bahnhöfen gelten nicht mehr und wir dürfen uns hinten anstellen. Wir stehen mehr, als das wir fahen und als wir gegen 10 frühstücken, sind es schon 3 1/2 Stunden Verspätung.
So zieht es sich über den Vormittag. Mit sagenhaften 6 Stunden Verspätung treffen wir endlich in Florenz ein. Dort werden wir bereits erwartet, das Bahnhofspersonal sorgt dafür, dass alle den schnellstmöglichen Anschlusszug bekommen.
Nach weiteren drei Stunden kommen wir gegen 17 Uhr in Neapel an und holen unsere Mietwagen ab. Ich fädel mich in den italienischen Großstadt-Verkehr und das gemütliche Schieben, Drängeln und Hupen hebt meine Stimmung sofort. Entspannte 40 Minuten später kommen wir endlich im Hotel Mary im beschaulichen Küsten-Örtchen Vico Equense an.
Hier beginnt endlich der Urlaub - als erstes damit, dass mir jemand vom Hotelpersonal den Autoschlüssel abnimmt, die Koffer auf’s Zimmer bringt und sich um das Parken des Mietwagens kümmert.
Wir checken kurz und schlendern in die wenige Minuten entfernte Altstadt von Vico Equense, um die Ferien mit einem ordentlichen italienischen Abendessen anzustimmen.
Ich bestelle “Tagliata di Manzo”, kleine, rosa gebratene Scheibchen vom Rinderrücken.
Zwei Bissen später bin ich für die Anreise entschädigt. Auch allen anderen schmeckt es und wir sind schnell in Urlaubsstimmung. Auf dem Heimweg können wir über das Meer den Vesuv sehen.