Vesuv
Nach einer erholsamen Nacht im Hotel - ohne Umsteigen, ohne Verspätungen und ohne Lightshow - stehen wir erfrischt auf und genießen ein tolles Frühstück. Am frühen Morgen hat ein Gewitter die Luft reingewaschen und beschert uns eine gute Aussicht auf den Vesuv. Wir fahren nach Neapel, um heute Vormittag eine Ausgrabungsstätte anzuschauen.
In der antiken Stadt Herculaneum standen zu Beginn unserer Zeitrechnung die Villen reicher Römer direkt am Meer. Im Jahr 79, einen Tag nachdem die Stadt Pompeji von der Asche des Vesuv bedeckt wurde, löschte ein pyroklastischer Strom diese Stadt innerhalb weniger Augenblicken aus. Was blieb, waren die Ruinen der Stadt, bedeckt und konserviert von Asche und einer dicken Schicht erstarter Lava.
Die Ruinen wurden Anfang des 18. Jahrhunderts beim Bau eines Brunnens entdeckt. Da sich die Stadt unterhalb von meterdicker Lava befand, mussten zur Ausgrabung aufwändige Stollen gegraben werden.
Theoretisch könnten wir hier der Reihe nach verschiedene Punkte ablaufen. Aber die Kinder schalten nach ein paar Schritten in den Modus “das Interessanteste zuerst” und wir erkunden die Ausgrabungsstätte kreuz und quer.
Als der Vesuv ausbrach, zog die Aschewolke zunächst nach Sünden und ging über Pompej nieder. Danach kehrten viele der Bewohner Herculaneums zurück, um ihre Habe zu retten. Ein erneuter Ausbruch am Tag danach kam überraschend und viel zu schnell, um noch zu fliehen.
Nach der Besichtigung von Herculaneum machen wir uns auf, den Übertäter der ganzen Angelegenheit zu erkunden. Die ersten Höhenmeter des Vesuv fahren wir mit dem Auto und halten unterwegs, um Mittag zu essen.
Nach dem Essen fahren wir noch ein Stück zum Parkplatz und starten unsere Wanderung. Für den Eintritt zum Vesuv haben wir schon von zu Hause aus die letzten für heute verfügbaren Tickets gebucht - die einzigen, die innerhalb unseres Urlaubs überhaupt verfügbar waren. So machen wir uns trotz der aufziehenden Wolken auf, den markanten Berg zu besteigen.
Da es hier heute leider nicht wirklich viel zu sehen gibt und auch ein kalter Wind weht, machen wir uns bald wieder an den Abstieg.
Da wir noch etwas Zeit bis zum Abendessen haben, fahren wir noch einmal zurück nach Herculaneum. Dort haben wir Werbung für eine 3D-Rekonstruktion der antiken Stadt gesehen, die wir uns anschauen wollen. Diese finden wir zwar nicht, aber dafür ein kleines 3D-Kino, welches den Ausbruch des Vesuv damals zeigt und auch viel zu den Abläufen der beiden historischen Tage erklärt.