Heimreise
Eine Woche Urlaub und Dolce Vita sind schon wieder vorbei. Nach dem Frühstück packen wir die Koffer zu Ende und fahren nach Neapel. Hier wollen wir sehen, ob wir vielleicht einen Zug eher oder gar schon Mittag bis nach Florenz fahren können, wo heute Abend in unseren Nachtzug steigen. Der ursprünglich gebuchte Zug lässt uns nur 30 Minuten Zeit zum Umsteigen und nach den vielen Verspätungen auf der Anreise sind wir da nicht mehr völlig entspannt.
Leider haben wir keinen Erfolg, die Tickets umzubuchen, da wir direkt über die ÖBB gebucht haben. Man versichert uns aber, dass der Zug in der Regel pünklich fährt und auch für heute keine Störungen bekannt sind. Daher lassen wir es darauf ankommen und verbringen den Tag noch in Neapel.
Als erstes schauen wir uns ein Stück entfernt vom touristischen Zentrum der Altstadt um. Hier ist es aber vor allem dreckig, laut, vermüllt und heruntergekommen. An allen Ecken wird der selbe billige chinesische Plunder verkauft. Uns vergeht hier bald die Lust und wir steuern wieder die Altstadt an.
Am Abend sind wir froh, wieder am Bahnhof zu sein. Neapel ist zwar bunt, laut und multikulturell. Die Stadt ist aber auch geprägt von Armut, hoher Arbeitslosigkeit und Verfall. Während wir das Dolce Vita in den Städtchen an der Küste fast überall gesehen und gespürt haben, scheint es in Neapel eher auf kleine Lokalitäten begrenzt zu sein.
Unser Zug nach Florenz startet pünktlich. Kurz vor Abfahrt haben wir uns noch mit einem guten Abendessen eingedeckt.
Pünktlich auf die Minute kommen wir in Florenz an. Habe ich erwähnt, dass Tren Italia bisher unser Favorit ist? Auf dem Bahnsteig treffen wir Geli und Clara - Freunde aus Dresden, die parallel zu uns mit dem Nachtzug in Rom waren und nun mit uns im selben Zug nach Hause fahren. Auch der Nightjet startet so gut wie pünktlich.
Die Nacht verläuft äußerst ruhig. Gegen 7:30 werden wir mit Frühstück und Kaffee geweckt, während neblige Herbstlandschaften an uns vorbeiziehen.
Wir verabschieden uns und erreichen München mit nur ein paar Minuten Verspätung. Jeder bekommt noch seinen Anschlusszug. Es läuft schon fast zu glatt, irgendwie gruselig.
– Ende –
PS: Natürlich liefert die Deutsche Bahn wieder ab, wie erwartet: Auf der Strecke von München nach Ingolstadt stehen wir eine Stunde an einem defekten Stellwerk. Danach geht es wieder zurück in Richtung München und wieder nach Ingolstadt. Am Ende kommen wir mit mehr als zwei Stunden Verspätung in Leipzig an.