Frostig!
Der Alarm erwischt mich völlig unvorbereitet und reißt mich aus dem Tiefschlaf. Es ist Ankes Handy, konkret die Aurora-Alarm-App. Diese weckt uns, wenn es gute Chancen gibt, Nordlichter zu sehen. Als ich endlich meine Augen aufbekomme, ist Anke schon intensiv am Meldungen lesen. Halb verschlafen werfen wir uns in die dicken Sachen, schnappen die Kamera und wandern zum See runter.
Mit bloßem Auge ist kaum etwas zu erkennen, aber ein erstes Testbild mit der Kamera und Langzeitbelichtung schaut vielversprechend aus. Wir bauen das Stativ auf dem See auf und knipsen ein paar Fotos.
Es ist beißend kalt. Schon nach wenigen Minuten spüre ich die Finger nicht mehr und kann die Kamera nicht mehr bedienen. Da die Bilder sowieso alle mehr oder weniger ähnlich sind, marschieren wir schnellen Schrittes zurück ins Hotel.
Nach ein paar Minuten in der Sauna merke ich Hände und Nase wieder und wir gehen wieder schlafen. Am morgen beim Weg zum Frühstück sehen wir die Anzeige der Außentemperatur: Es sind minus 18 Grad, heute Nacht war es noch kälter.
Während wir essen, tagt der Familienrat. Der Beschluss lautet: Abfahrtsski für drei Tage, danach Langlauf. Das Skigebiet ist in 5 Minuten mit dem Auto zu erreichen.
Auch an der Skiausrüstung ist die kalte Nacht nicht spurlos vorüber gegangen. Die Schuhe, die in der Dachbox lagen, sind tiefgefroren und stocksteif. Felix kommt kaum rein, wir kämpfen eine ganze Weile und wollen zwischendurch schon fast aufgeben. Auch in meine komme ich nur mit Mühe.
Als wir von ganz oben runter fahren, wirft sich Mattis plötzlich in den Schnee und will nicht weiter. Ihm ist die Piste zu steil. Nach einigem guten Zureden klappt es aber dann doch.
Zum Mittag stoppen wir an einer der Pistenhütten. Es gibt Suppe und warme Getränke. Ich bin noch satt vom ausgiebigen Frühstück.
Den ganzen Tag über weht ein eisiger Wind, aber unsere Sachen sind winddicht und halten mollig warm. Hin und wieder lässt sich sogar die Sonne blicken, am Nachmittag klart es dann auf.
Zurück im Hotel gehen wir noch in die Hotelsauna mit angeschlossenem Pool, wärmen uns auf und schwimmen ein wenig. Zum Abendbrot macht sich schon eine angenehme Bettschwere bemerkbar. Für eine kleine Spielerunde reicht die Kraft aber noch!