Alle Wege führen nach Rom
Nachdem wir im Winter mit dem Nachtzug nach Finnland gefahren sind, geht es in den Herbstferien direkt in die Gegenrichtung: nach Rom, auch mit dem Nachtzug.
Um stressfrei zu reisen, haben wir reichlich Deutsche-Bahn-Pünktlichkeits-Puffer eingeplant. Schon auf der Fahrt zum Bahnhof entscheiden wir uns, dass 9 Minuten Umsteigezeit nicht ausreichen und nehmen einen Zug eher. Dieser kommt mit 11 Minuten Verspätung am Hauptbahnhof an, so dass wir noch Zeit haben, uns mit Kuchen zum Kaffeetrinken einzudecken. Am Bahnhof treffen wir auch die Oma, die dieses Jahr wieder mitreist.
Unser Zug nach München überrascht uns mit minutiöser Pünktlichkeit. Wir reisen entspannt in der ersten Klasse, die uns beim Buchen als kostenfreies Upgrade angeboten wurde.
Auch in München kommen wir mit lediglich 10 Minuten Verspätung an, so dass wir noch in Ruhe Abendessen können. Es sind Wiesn und München zeigt sich wieder von seiner “besten” Seite. Wer nicht mehr torkeln kann, bleibt liegen zwischen zerbrochenen Bierflaschen und Müll. Die Stadt ist gerammelt voll und wir überlegen, wo wir ein Plätzchen zum Abendessen finden.
Die Kinder wollen auf Reisen gerne mal “zum goldenen M”, dort gibt es sogar noch freie Plätze. Während Söder in den Nachrichten populistisch “Abschießen statt abwarten” fordert (was ich auch immer denke, wenn ich was von dem lese), knabbern die Kids Pommes und Nuggets und wir unsere mitgebrachten Schinken- und Käsebrötchen.
Zurück am Bahnhof bekommen wir es ein wenig eilig. Das Gleis unseres Nachtzugs wurde geändert und das neue ist ganz am hinteren Ende vom Bahnhof, ein Stück außerhalb. Wir erreichen den Zug und als wir in unser Abteil kommen, rollt er bereits in Richtung Süden.
Da wir recht früh ankommen, gehen wir zeitig ins Bett. Anke teilt sich mit ihrer Mutti ein bequemes Schlafabteil mit Federbetten, während ich mit den Kids im (auch sehr bequemen) 4-Bett-Liegewagen übernachte.
Leider fährt der Zug aufgrund von Bauarbeiten dieses Jahr nur bis Bologna, wo wir bereits um 5:30 ankommen. Daher kommt auch schon um 4 Uhr unser Frühstück, welches ich direkt für später einpacke, so dass wir noch ein Stündchen weiterschlafen können. Auch in Bologna kommen wir mit 10 Minuten Verspätung an. Wenn sich das so durch den ganzen Urlaub zieht, bin ich zufrieden.
Wenig später sitzen wir im Schnellzug nach Rom. Hier gibt es erstmal Frühstück: frische Brötchen und Marmelade aus dem Nachtzug, Nutella und Obst, welches wir von zu Hause mitgenommen haben. Während die typische Landschaft Norditaliens an uns vorbeizieht und Urlaubsfeeling aufkommt, fange ich an, unseren Reiseblog zu schreiben.
Kurz nach 9, mit nur 10 Minuten Verspätung erreichen wir Rom. Die Übergabe des Mietwagens zieht sich ein wenig hin - ich brauche schon fast eine halbe Stunde, alle Kratzer und Dellen zu fotografieren, die wir bei Abgabe nicht in Rechnung gestellt bekommen wollen. In der Zwischenzeit haben die anderen alle Koffer und sich selbst ins Auto verladen und wir schnuppern ein wenig römschen Innenstadtverkehr. Für italienische Verhältnisse ist dieser recht geordnet. Ich mag es, ich darf hupen, wenn mir etwas nicht passt und für alle ist das ganz normal.
Wir fahren eine halbe Stunde und erreichen unsere Unterkunft, die Villa Albina Roma. Diese entpupt sich als grüne Oase inmitten von Rom. Um einen großen Pool herum gibt es vier Zimmer, von denen wir selbst drei belegen. Unsere Gastgeber empfangen uns freundlich und zeigen uns die schönen, mit historischen Möbeln eingerichteten Zimmer.
Für heute haben wir nicht mehr viel geplant. Wir gehen lecker Mittagessen im nahegelegenen Bistro. Um 12:45 werden wir gefragt, ob wir Frühstück oder Mittagessen möchten - ich mag Italien!
Nach dem Essen holen wir beim Mittagsschlaf die etwas zu kurz geratene Nacht nach. Am Nachmittag hüpfen Mattis und ich in den ziemlich kalten Pool.
Dann erkunden wir das Gelände und stellen fest, dass es überraschend groß ist. Hinter dem Pool ist noch ein parkähnlich angelegter Garten der sich über mehrere Terrassen den Berg hinab zieht.
Weiter unten gibt es sogar einen großen Bolzplatz, den wir gleich ausprobieren.
Am Abend suchen wir uns ein Restaurant mit typisch römischer Küche - entscheiden uns aber dann für Pizza und Bruschetta. Da es gleich in der Nähe ist, gehen wir hier aber bestimmt noch einmal hin.