Highlander
Für heute ist endlich besseres Wetter angesagt. Das ist auch gut so, denn heute ist Wandern angesagt. Allerdings laufen wir nicht zum Startpunkt, können aber auch nicht mit dem Camper fahren, da die Strecke dorthin äußerst anspruchsvoll ist. Deshalb nehmen wir den Bus, den wir vorab gebucht haben. Unser Ziel ist das vulkanische Hochland östlich von Reykjavík, genauer die Gegend um Landmannalaugar.
Als wir starten ist es noch recht stark bewölkt. Aber schon kurz darauf drückt die Sonne durch. Als wir uns dem Hochland nähern, reißt die Wolkendecke auf und die Sonne lässt sich blicken.
Unser Fahrer biegt bald von der Asphaltstraße ab. Er meint es gibt den sicheren und den schnellen Weg und er will nicht allzu spät ankommen. Wir fahren eine Schotterpiste quer durch die vulkanische Landschaft. Die 30-Schilder stören unseren Fahrer nicht, er brettert mit 60 über die Piste, bis er einen anderen Bus einholt und auf 50 abbremsen muss.
Als wir den Fluss durchqueren, setzt der Bus lautstark auf, obwohl er äußerst viel Bodenfreiheit hat. Aber die Unterseite ist aus dickem Metall und unserem Fahrer, der uns die ganze Zeit per Mikrofon unterhält, entlockt das nicht einmal einen Kommentar.
Wir kommen 45 Minuten eher als geplant in Landmannalaugar an. Als erstes gönnen wir uns einen Kaffee, den wir uns mit Ausblick auf 2,5 Stunden Busfahrt ohne Stopp heute morgen verkniffen haben. Dann orientieren wir uns und starten mit unserer Wanderung.
Als erstes geht es ein paar Meter hinauf auf das Lavafeld. Der Wanderweg schlängelt sich dort zwischen den Gesteinsbrocken entlang.
Als wir die Berge im Hintergrund sehen und ich das mit der Wanderroute auf der Karte abgleiche, wird uns klar, dass der Rückweg über diese Berge führen wird.
Als nächstes überqueren wir eine große Schotterfläche, durch die etliche Bächlein fließen, die von den umliegenden Gletschern gespeist werden. Die Route geht auf der anderen Seite weiter, zum Glück können wir über die meisten einfach drüber hüpfen.
Am Ende der Schotterfläche, etwas abseits des Weges kommen kleine Dampfwolken hinter dem Berg hervor. Das sehen wir uns neugierig an. Es entpuppt sich als kleiner Geysir, aus dem sprudelnd kochendes Wasser austritt. Es gibt hier noch mehr und noch kleinere davon.
Nachdem wir es hierher geschafft haben und bevor wir uns an den Aufstieg machen, gibt es erst einmal Mittagessen.
Nach 5 Stunden und knapp 11 Kilometern anspruchsvoller Wanderung erreichen wir das Camp. Wir haben noch eine Stunde, bis der Bus uns wieder zurück nach Hella fährt. Diese nutzen wir, um in den heißen Quellen hier zu baden.
Auf der Heimfahrt ist der Bus bis auf den letzten Platz belegt. Wir kommen mit Touristen aus Münster ins Gespräch und erfahren, dass deren Bus eine Panne hatte (zum Glück erst im Camp) und sie daher auf die anderen Busse aufgeteilt wurden. Wir verstehen uns gut und unterhalten uns die gesamte Fahrt.
Zurück im Camper gibt es noch ein kleines Abendbrot, dann fallen wir erschöpft ins Bett.