Wasserfälle
Heute geht es etwas ruhiger zur Sache. Wir schlafen aus, essen in Ruhe Frühstück (ich beschränke mich auf eine Tasse Kaffee und den Laptop, um mit dem Reiseblog voranzukommen) und starten dann mit dem Camper. Den Tag werden wir zum großen Teil mit Fahren und kurzen Stopps verbringen und dabei etwa 250 Kilometer in Richtung Osten hinter uns bringen.
Am Seljalandsfoss machen wir den ersten Stopp. Der Parkplatz ist recht voll, aber auf dem großen Gelände verteilen sich die Touristen.
Der nächste Stopp ist am Skogafoss Wasserfall. Der ist noch um einiges größer, als der Seljalandsfoss und fällt 60 Metern in die Tiefe.
Über 400 Treppenstufen führen nach oben und belohnen mit einem großartigen Blick auf den Wasserfall.
Wieder unten kochen wir erst einmal zum Mittag. Es gibt Nudeln mit Tomatensauce, womit wir die Kinder zuverlässig begeistern können. Danach geht es zum nächsten Stopp, einem Strand bei der Stadt Vik.
Der Strand ist beeindruckend schön, hat es aber in sich. Es gibt hier regelmäßig unerwartet hohe Wellen, die die unbelehrbaren von den restlichen Touristen trennen und auf’s offene Meer mitnehmen. Warnungen gibt es an allen Ecken. Es weht ein ordentlicher Wind und alle am Strand halten den Atem an, als ein Kind seiner weggewehten Mütze in Richtung Meer hinterher rennt (aber vom Vater noch rechtzeitig eingesammelt wird).
Nach dem Strand stoppen wie in Vik, um im Supermarkt unsere Vorräte aufzufüllen. Als wir an der Kasse stehen, wird dort gerade ein Einkaufswagen an zu verschenkendem Eis vorgefahren (hat wohl nicht in die Kühltruhe vom Supermarkt gepasst). Wir schnappen uns 2 Packen, die gerade in das Eisfach des Campers passen.
Im Ort gibt es auch eine der Vínbúðins - die einzigen Geschäfte im Land, welche Alkohol verkaufen. Wir shoppen 3 Flaschen Rotwein und ein paar Dosen Bier, was uns etwas soviel kostet, wie der Supermarkt-Einkauf davor. Aber irgendwo müssen wir ja mal Prioritäten setzen.
Danach geht es weiter in Richtung Vatnajökull, dem größten Gletscher Islands (und auch Europas).
Wir erreichen den Campingplatz des Skaftafell Nationalparks am Abend. Nach dem Abendbrot haben wir noch eine Wanderung geplant, damit wir uns heute überhaupt etwas bewegen.
Vor der tiefstehenden Sonne hängen ein paar dicke Wolken in den Bergen fest. Ab und an gibt es eine Lücke, die ein paar Sonnenstrahlen durch lässt.
Wir besteigen eine Bergkuppe und haben einen tollen Rundumblick. Auf der Karte finden wir noch einen Aussichtspunkt, zu dem wir eigentlich wollten und der noch eine bessere Sicht bieten soll. Das ist aber noch eine Stunde Fußmarsch hin und eine weitere zurück zum Camper. Wir überlegen, ob wir das noch angehen. Da es hier aber sowieso nicht dunkel wird, entscheiden wir uns dafür.
Von oben sehen wir die große Ebene, über die wir vorhin gefahren sind. Sie ist voller Flüsse, die alle vom Gletscher gespeist werden.
Nach 45 Minuten zügiger Wanderung erreichen wir den Aussichtspunkt. Von hier aus haben wir einen atemberaubenden Ausblick auf eine weitere Gletscherzunge. Dort hat sich ein See gefüllt mit Eisbergen gebildet.
Auch hier hinterlässt die Klimaerwärmung deutliche Spuren. Seit den 90er Jahren schwinden die Gletscher rapide, die meisten werden innerhalb der nächsten 200 Jahre verschwinden und das Bild der Insel sich massiv verändern.
Wir sind um 22 Uhr zurück am Wohnmobil, wo ich bei einem Bierchen das Blog weiter schreibe.
1 Hella
2 Seljalandsfoss Wasserfall
3 Skogafoss Wasserfall
4 Reynisdrangar schwarzer Strand
5 Skaftafell Nationalpark